Klaus Bru

Klaus Bru, aufgewachsen auf der deutschen Seite des Bodensees, blickt auf eine lange Karriere als Musiker, Komponist, Musikproduzent, Performancekünstler zurück, und ist derzeit der einzige international agierende Saxophonist, der ausschließlich C-Saxophone spielt, die er gerne mit elektronischen Mitteln bearbeitet, verfremdet, unkenntlich macht. Mit deutlichen Wurzeln in den mannigfaltigen Spielarten des Jazz, ist Klaus Bru vor allem ein Improvisator, der mit großem stilistischem Einfühlungsvermögen und ohne dogmatische Scheuklappen Musik macht. Sein Output der letzten Jahre zeigt, dass auch Instrumente, die längst aus der Mode gekommen sind, äußerst modern klingen können.

Klaus Bru studierte Jazzsaxophon an der Musikuniversität Graz, seine Lehrer und Mentoren waren u.a. Adelhard Rohdinger, Roman Schwaller, David Liebmann, Kenny Wheeler. Nach seinem Diplom 1988 lebte er als Live- und Studiomusiker in Wien, und war in einem weitgefächerten Spektrum von musikalischen Stilen tätig. In diese Zeit fallen ausgedehnte Tourneen mit österreichische Popstars, die Zusammenarbeit mit Keyboarder / Pianist Martin Stepanik im postmodernen Stilamalgam des Duos 2 Face 2, ein Studioprojekt mit dem New Yorker Gitarristen Mac Ribot, sowie Auftritte mit frei improvisierter Musik, u.a. mit Fritz Novotny und Sunny Murray.

1995 zog Klaus Bru nach Berlin. Dort tat er sich vor allem als Klangkünstler hervor, u.a. mit der Multimedialen Live-Musik-Installation Tiefenrausch, die ein großes Publikums- und Medieninteresse erregte. In Berlin arbeitete er mit dem Experimentalgitarristen Yref und Trompeter Guy Bettini, sowie mit Electronica Produzent Dictaphone / Oliver Doerell.
Von 2002 - 2011 lebte Klaus Bru in Taipei, wo er, neben Kompositionsaufträgen für Theater und Film, als Musikkurator für das dortige Goethe-Institut aktiv war, und gute Kontakte zur taiwanesischen Underground- und Indiemusik-Szene pflegte. 2009 gründete er zusammen mit Pianist Shih-Yang Lee das Weltmusikimprovisationsensemble Ka Dao Yin, das 2013 den "Taiwan Grammy" (Golden Melody Award for Traditional Arts) erhielt, und in Folge zahlreiche Tourneen und Konzerte in Europa und Amerika absolvierte. 2013 lebte Klaus Bru in Peking, wo er mit einigen Exponenten der chinesischen Avantgardeszene auftrat, u.a. mit Yan Jun und Jianhong Li. Seit 2014 lebt Klaus Bru in London, wo er mit Schlüsselfiguren der Improvisationsszene zusammenarbeitet, aber auch mit jungen Musikern Jazz spielt.
Klaus Bru arbeitete mit hunderten von Musikern und Künstlern diverser Sparten und Nationalitäten zusammen, darunter Alison Blunt, Steve Beresford, Phelan Burgoyne, JP Carter, Anthony Coleman, Terry Day, Johannes Deimling, David Friesen, Jerome Fouquet, Ng Chor Guan, Peter Herbert, Min-Yen Hsieh, Ken Ikeda, Judith Kan, James Kitchman, Li-Chin Li, Aming Liang, Lukas Ligeti, Kent Loewen, Rob Luft, Adam Mac Gregor, Jojo Mayer, Darren Moore, Eddie Prevost, Orphy Robinson, Mike de Souza, Luk Sponselee, Pat Thomas, Sabu Toyozumi, Chaoming Tung, Lan Tung, Martijn Vanbuel, Beibei Wang, Cleveland Watkiss, Joshua Weitzel, Yong Yandsen.

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